Martin Betschart ist Experte für Erfolgs-Psychologie, Motivation und Menschenkenntnis, sowie Keynote Speaker und Bestsellerautor.

Martin Betschart

Martin Betschart Blog für Erfolgs-Psychologie, Motivation und Menschenkenntnis

Donnerstag, 12. März 2009

Überzeugungen steuern unser Leben!

Gedanken wiederholt werden zuerst zu Meinungen, dann zu Glauben und wenn wir genügend „Beweise“ gefunden haben zu Überzeugungen. Diese Überzeugungen können so stark sein, dass zum Beispiel im Extremfall ein Mensch bereit ist, sein Leben dafür zu geben. Als Soldat oder noch extremer, als Selbstmordattentäter.
Wir leben in der Welt, in der wir glauben zu leben. Jeder lebt in der Welt, in der er glaubt zu leben. Die Glaubenssätze, die jeder Mensch hat, beeinflussen sein Leben ganz entscheidend. Dies gilt sowohl für die positiven als auch für die negativen Glaubenssätze. Positive Glaubenssätze bewirken positive Ergebnisse, negative Glaubenssätze negative Ergebnisse.
Einmal angenommen, jemand möchte ein neues Unternehmen gründen. Er hat sich aber fest vorgenommen, dies erst dann zu tun, wenn er wirklich alles, aber auch alles über das Geschäft weiß, wenn er genau herausgefunden hat, was die Kunden, bis in alle Details, wirklich wollen, wenn er alle Konkurrenten genau analysiert hat und exakt weiss, was jeder Konkurrent für Vorteile, Nachteile, Schwächen und Stärken hat, und wenn er herausgefunden hat, wie sich die Anforderungen in der Zukunft darstellen werden. Er hat sich also vorgenommen, erst dann, wirklich erst dann das Geschäft zu eröffnen, wenn er alles über das Geschäft weiss, was es zu wissen gibt.
Um ein erfolgreiches Geschäft zu etablieren, werden wir uns auch Informationen beschaffen, aber der größte Teil der Informationen, die wir benötigen, werden wir nicht erhalten. Wir müssen dem glauben, was uns beispielsweise Universitätsprofessoren gelehrt haben, dem, was wir den branchenbezogenen Fachzeitschriften entnehmen, und dem, was uns Fachbücher inhaltlich unterbreiten. Darüber hinaus müssen wir mit Menschen reden, die bereits Erfahrungen auf diesem Gebiet gemacht haben und ihnen Glauben schenken. Schließlich müssen wir Statistiken glauben, Marktforschungsinstituten, Zukunfts- und Trendbüros und was es in dieser Richtung sonst noch alles gibt. Wenn sich dann noch einzelne Informationen gegenseitig widersprechen, müssen wir anfangen, der einen Information mehr zu glauben als der anderen und so weiter und so weiter …
Der hier zugrunde liegende Glaubenssatz lautet: Bevor man ein neues Geschäft startet, muss man alles darüber wissen. Das ist bestimmt eine gründliche Herangehensweise, doch ist sie in der Praxis unmöglich. Es ist zwar vollkommen richtig, möglichst viel über ein Geschäft herauszufinden, aber alles, wirklich alles über ein Geschäft und die zugehörigen Umstände zu wissen, geht einfach nicht. Also treffen wir die Entscheidung, ob wir ein Geschäft gründen, ob und wie wir es aufbauen und welche Strategien wir verwenden, nicht nur aufgrund unseres Wissens, sondern unserer Glaubenssätze.
Die Welt ist viel zu kompliziert und das ständig zunehmende Wissen viel zu komplex, als dass wir alles überprüfen könnten. Also müssen wir das Meiste glauben, um überhaupt Entscheidungen fällen und ins Handeln kommen zu können.
Je komplexer die Welt wird, umso bedeutender sind Glaubenssätze.Als Kind haben Sie mehr oder weniger Ihren Eltern geglaubt, dass die Dinge, die Menschen und die Welt so sind, wie sie sie Ihnen vermittelt haben. Sie glaubten vielleicht an den Klapperstorch, Sie glaubten an den Nikolaus, an den Weihnachtsmann und an viele andere Dinge. Aber nicht nur Kinder verinnerlichen naive Glaubenssätze. Ganze Völker, ganze Länder, ja die gesamte Menschheit hält an so manchem Glaubenssatz fest, der sich im Verlauf der Geschichte als großer Irrtum herausstellt.
Anfang des 17. Jahrhunderts verteidigte Galileo Galilei die Idee des Kopernikus, dass die Sonne der Mittelpunkt unseres Sonnensystems sei und nicht die Erde. Obwohl er diese Theorie den Mächtigen der damaligen Zeit mittels eines neu gebauten Teleskops beweisen konnte und obwohl die durch das Teleskop sehen konnten, dass sich die Erde um die Sonne dreht und nicht umgekehrt, war die Obrigkeit empört. Diese Vorstellung von Sonne und Erde war so revolutionär, dass sie gegen das bestehende Weltbild verstiess. Galileo wurde Folter angedroht, falls er an seiner Idee festhalten sollte.
Immer wenn ich diese Geschichte erzähle, um die Wirkungsweisen von Glaubenssätzen in der Praxis darzustellen, wird mir vorgehalten, das sei ja alles in früheren Jahrhunderten geschehen, in Jahrhunderten, in denen die Menschen neuen Dingen gegenüber wenig aufgeschlossen waren. Heutzutage, so wird mir eindringlich versichert, sei das doch alles anders. Wir sind aufgeklärt und informiert. Wer das wirklich glaubt, der wird gewaltig staunen, bei dem was er in den nächsten Jahren so alles an grundlegenden Veränderungen erleben wird.
Und wissen Sie warum? Zu allen Zeiten glaubten die Menschen immer, aufgeklärt zu sein und alles zu wissen. Vor 150 Jahren hätte Sie noch jeder für einen Irren gehalten, wenn Sie ihm erzählt hätten, dass Menschen in naher Zukunft mit so genannten Flugzeugen durch die Luft fliegen würden. Wir laufen mit einer extremen Arroganz durch die Welt und kriegen immer wieder anschaulich präsentiert, wie falsch wir doch liegen. Erst rückblickend sind wir schlauer. Aber die Entwicklung geht weiter und das Universum hat noch genügend Überraschungen für uns parat. Im Vergleich zu unserem Wissen und Weltbild in 20 oder 50 Jahren sind wir heute Unwissende.
Wir werden mehrheitlich von Toten regiert, das klingt im ersten Moment makaber. Doch bei genauerem Hinsehen stellen wir fest, dass die meisten von uns von den Überzeugungen unserer Eltern und Groseltern gesteuert werden.
Die Dynamik unserer Glaubenssätze, in die wir unbewusst unser Bild von der Welt hineinprojizieren, ist sehr, sehr mächtig. Die meisten Menschen wissen oft nicht, was sie glauben und warum sie es glauben. Aber sie vertreten ihre Meinung standhaft und verwirklichen ihre Glaubenssätze, koste es, was es wolle. Lieber gehen viele Menschen Pleite, werden krank, sterben sogar, bevor sie ihre Glaubenssätze wechseln. Erstaunlich aber wahr. Ich beobachte dies täglich aufs Neue. Es ist frappierend, mit welcher Selbstverständlichkeit viele Leute mit total absurden Überzeugungen durchs Leben gehen.
Um erfolgreich zu sein, ist es absolut erforderlich, keine sich widersprechenden Glaubenssätze in sich zu tragen. Wenn wir etwa glauben, für etwas noch zu jung oder zu alt zu sein, für etwas keine Begabung zu haben oder dafür zu dumm zu sein, dann versuchen wir erst gar nicht, eine bestimmte Sache anzugehen, um sie erfolgreich umzusetzen. Nehmen wir an, jemand glaubt über sich, er sei in irgendeiner Hinsicht unzulänglich, er sei beispielsweise ein schlechter Verkäufer. Wenn er schon von vornherein diese „Erfolgserwartung“ hat, wie viel von seinem Potential wird er dann wohl einsetzen? Nicht sehr viel. Mit wie viel Zuversicht, Energie und innerer Überzeugung wird er wohl zum nächsten Kundenbesuch gehen?
Nach dem Gesetz der Anziehung wird er genau das ernten, was er innerlich glaubt: Er wird nichts verkaufen, da er innerlich glaubt, ein schlechter Verkäufer zu sein. Sein Handeln (Stimme, Körpersprache, Auftreten, Argumente usw.) werden nicht sein wirkliches Potential widerspiegeln, sondern seinen Glauben bestätigen. Es ist schlicht und einfach unmöglich, sein wahres Potential zu erschließen und einzusetzen, wenn man sowieso davon überzeugt ist, keinen Erfolg zu haben!
Hat man also mit einem limitierten Glaubenssatz begonnen, der das hervorhebt, was man kann, zapft man dadurch nur einen begrenzten Teil seiner Fähigkeiten und seines Könnens an. Das Handeln ist dementsprechend zögerlich und halbherzig. Und mit diesen negativen, unbefriedigenden Ergebnissen beweist es sich wieder mal von Neuem, was man ja bereits vorher schon wusste: „Ich bin einfach kein guter Verkäufer!“
Glaubenssatz ist nicht gleich Glaubenssatz. Je nach dem, wie viel Energie ein Glaubensatz erhalten hat und über welchen Zeitraum er aufrechterhalten wurde, gibt es unterschiedliche Intensitäten. Ganz grob kann man sie in drei Gruppen einteilen:
1. Meinung, kann ich relativ einfach und schnell ändern.2. Glaube, ich kann beweisen, dass es so ist. 3. Überzeugung, ich bin bereit, diese Überzeugung zu verteidigen.
Da Meinungen lediglich auf vorübergehenden Annahmen beruhen, sind sie leicht zu verändern.
Der Glaube ist schon wesentlich stärker, weil er durch häufige Erfahrungen mit starken emotionalen Empfindungen verbunden ist. Aber auch er kann verändert werden. Es ist jedoch oft mehr emotionale Energie über einen längeren Zeitraum notwendig.
Die dritte Ebene ist die stärkste: Die Überzeugung. Sie ist mit so vielen Gefühlen untermauert, dass der Mensch, der daran glaubt, sich nicht nur sicher ist, sondern sich damit geradezu identifiziert. Wenn man solche Punkte in einer Diskussion in Frage stellt, kann das beim Gegenüber Wut, ja sogar offene Aggression auslösen. Der Betroffene reagiert dann beispielsweise in Diskussionen nicht mehr rational, sondern nur noch gefühlsmäßig, ja geradezu blind. Überzeugungen bestimmen den Verlauf unseres Lebens. Positive Überzeugungen können unglaubliche Kräfte und Energien verleihen, negative dagegen zerstören. Fragen Sie sich einmal, welche Ihre stärksten Überzeugungen sind und überlegen Sie sich, ob Sie Ihnen wirklich dienlich sind. Wenn ja, wunderbar! Wenn nicht, machen Sie sich ans Werk, sie durch kraftvolle positive Überzeugungen zu ersetzen.
Welche Meinungen, Glaubensätze und Überzeugungen haben Sie? Machen Sie doch mal eine Liste und schreiben Sie alle auf. Im zweiten Schritt gehen Sie alle noch einmal durch und stellen sich bewusst die Frage, ob Ihnen diese bei der Zielereichung behilflich sind. Wenn nicht, sollten sie diese verändern. Sonst fahren Sie mit angezogener Handbremse!

Herzlichst

Martin Betschart

Eingestellt von martinbetschart @ 14:16   0 Kommentare

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