Menschenkenntnis beim neuen Bundesrat
Öfters wurde ich gefragt, ob denn Didier Burkhalter eine gute Wahl sei.
Das kann ich so nicht beantworten, sonst würde ich in die Hellseher-Fraktion wechseln und meine Glaubwürdigkeit verlieren. Was er aus seinen Talenten und Fähigkeiten macht, kann niemand seriös voraus sagen.
Ich kann nur zur Persönlichkeit bzw. zu seinen Anlagen und Fähigkeiten etwas sagen, denn diese erkenne ich an der Physiognomie. Weiteres kann ich aus seinem Verhalten ableiten.
Vom „Grund-Typen“ her ist Didier Burkhalter ein eher introvertierter, sachlicher Mensch und alles andere als ein „Alpha-Tier“. Also so ziemlich das Gegenteil seines Vorgängers. (Für die Insider: Blau-Rot und wenig Grün)
Er ist eher ein disziplinierter, stiller Schaffer, der sich nicht mit grossen Tönen bemerkbar macht. Auf der anderen Seite ist er kein wirklich volksnaher Mensch, sondern eher distanziert.
Etwas böse ausgedrückt, wurde mit ihm keine charismatische Führungspersönlichkeit gewählt, sondern ein fleissiger Beamter, der niemandem zu gefährlich wird. Das ist letztendlich auch der Grund, warum er gewählt wurde.
Mit ihm wird der Bundesrat sicher wieder sachlicher und weniger emotional. Ob das insgesamt gut oder schlecht ist, wird sich zeigen. Christian Lüscher hätte mit Sicherheit mehr Farbe in den Bundesrat gebracht. Für Urs Schwaller hat sich offensichtlich das Spiel seiner Vergangenheit gerächt. Das stimmt mich persönlich optimistisch und ich hoffe sehr, dass wir mit Didier Burkhalter keinen „Doppelmoralisten“ gewählt haben.
Auch wenn er ein Freisinniger ist, hat er von seinem Naturell her die Tendenz zur Bürokratie, was sowieso schon ein grosses Problem ist.
Insgesamt bin ich doch optimistisch, denn er ist nicht der Typ, der sein Ego auf Kosten des Steuerzahlers auslebt. Grosse Würfe sind von ihm jedoch kaum zu erwarten.
Was denken Sie? Ich bin gespannt, wie Sie das sehen. Schreiben Sie mir.
Herzlichst
Martin Betschart





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